Die Fotografie kann dir dabei helfen, einen neuen, achtsamen Blick auf deine Umwelt zu entwickeln, Situationen neu zu bewerten und selbst zur Ruhe zu kommen. Dazu brauchst du weder Profi-Equipment noch besonders viel Zeit - und du kannst viel dabei lernen:

Du nimmst deine Umgebung bewusster wahr

Die schönsten Bilder entstehen oft in ganz alltäglichen Situationen, wir müssen die Motive nur entdecken. Fotografen gehen deswegen besonders aufmerksam durchs Leben und nehmen ihre Umgebung genau wahr. Auch bei der Achtsamkeit geht es darum, Situationen bewusst zu erleben und die Dinge um uns herum zu beobachten.

Übung: Nimm dir vor, jeden Tag drei schöne Fotos zu schießen. Dafür musst du keine riesige Expedition starten. Sicher begegnen dir auf dem Weg zur Arbeit, beim Joggen in der Natur oder in deinen eigenen vier Wänden Motive, die es wert sind, festgehalten zu werden - deine Smartphone-Kamera hast du sowieso fast immer dabei.

Du erkennst die Schönheit im Alltäglichen

Häufig zeigen Bilder von erfolgreichen Fotografen keine Dinge oder Menschen, die im klassischen Sinne schön sind. Die Kunst liegt darin, die Schönheit im Unperfekten zu erkennen. Das wird dir nur gelingen, wenn du ganz genau hinsiehst. In jeder Situation nach Schönheit zu suchen ist gleichzeitig eine tolle Achtsamkeitsübung, die dir im Idealfall dabei hilft, eigene Erlebnisse positiver wahrzunehmen.

Übung: Falls es dir am Anfang noch schwerfällt, Kleinigkeiten zu entdecken, nimm dir ein bestimmtes Thema vor. Scanne deine Umgebung zum Beispiel gezielt nach interessanten Farben und sieh dir die gefundenen Stellen genau an. Sogar der abgeblätterte Lack an der Hauswand oder der bunte Handschuh, den jemand im Herbstlaub verloren hat, können ein spannendes Motiv abgeben.

Du lernst, die Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten

Du bist auf Reisen, schießt ein Bild von dem traumhaften Palmenstrand oder der verwunschenen Altstadtgasse und bist erst mal enttäuscht, weil das Foto nicht annähernd das transportiert, was du mit eigenen Augen siehst. So oder so ähnlich hat das wohl jeder von uns schon erlebt. Ein richtig gutes Foto braucht Zeit und vor allem die richtige Perspektive. Manchmal sind kleine Details entscheidend, um das große Ganze würdig abzubilden. Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten und geduldig mit dir selbst zu sein, hilft dir auch in vielen anderen Situationen in deinem Leben weiter.

Übung: Experimentiere mit verschiedenen Winkeln. Statt von ein und derselben Stelle wild drauf los zu knipsen, nimm dir Zeit und fotografiere dein Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Ende entstehen so ganz vielfältige Bilder, von denen dir eins ganz sicher gefallen wird.

Du konzentrierst dich auf das Hier und Jetzt

Apropos Zeit: Fotografie ist eine ideale Gelegenheit, um im hektischen Alltag hin und wieder innezuhalten und dir ganz gezielt etwas Quality Time einzuräumen. Deine Kamera fordert eine gewisse Aufmerksamkeit und dir wird beim bewussten Entdecken deiner Umwelt kaum Zeit bleiben, im Kopf negative Gedanken zu wälzen. So kann dein Fotospaziergang eine schöne Auszeit vom Stress bedeuten, die richtig entspannt.

Übung: Plane doch mal eine Fotoexpedition in einen besonders schönen Wald oder ein spannendes Stadtviertel, das du sonst nicht so häufig besuchst. Falls du jemanden hast, der deine Begeisterung teilt, lade ihn oder sie dazu ein - mit etwas Glück macht dich dein neuer Foto-Buddy auf Motive aufmerksam, die dir sonst entgangen wären. So verbringt ihr zusammen einen schönen Tag im Freien und könnt euch sogar ein paar Kniffe voneinander abschauen.